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Online-Vortragsreihe „Sexualität"

Datum: 5. Februar 2026

Das IPPK präsentiert die Online-Vortragsreihe „Sexualität“ mit elf hochkarätigen Veranstaltungen von Februar bis Dezember 2026.

Die Sexualität war seit Freuds und Breuers „Studien über Hysterie“ der Ausgangspunkt psychoanalytischer Theorie und Klinik. Für Freud war sie kein Thema unter anderen, sondern Begründung jeder Theoretisierung des Psychischen und der psychoanalytischen Praxis, weshalb er meist von „Psychosexualität“ spricht. Der Freud’sche Trieb entsteht aus einer Bearbeitung und Subjektivierung innerer, somatischer Reize und ist dadurch Fundament des Psychischen. Das Sexuelle begegnet uns bei Freud im Trauma, in der phantasmatischen Organisation des Triebes, in der infantilen polymorphen-perversen Sexualität bis hin zur Genese des Über-Ichs…und an vielen anderen Orten.

André Green beklagte 1998 das Verschwinden der Sexualität aus der Psychoanalyse. Objektbeziehungstheorie, Selbstpsychologie und Bindungstheorie schienen den sexuellen Diskurs verdrängt zu haben. Eine Ausnahme bildet sicher Lacan, bei dem die Dimensionen von Begehren, Genießen und Liebe einen zentralen Platz einnehmen.

Wir müssen in unserer Arbeit, wie in der theoretischen Auseinandersetzung feststellen, dass es viele neue Fragen gibt, die die sexuelle Praktiken, die Beziehung zum Geschlecht, sich ändernde Moralvorstellungen und Sozialisierungsformen betreffen. Wie findet sich die Sexualität in der aktuellen Klinik?

Wir wollen durch verschiedene „Werkstattgespräche“ und Vorträge diese Herausforderungen annehmen und mit Ihnen ins Gespräch kommen, nicht nur von der Psychoanalyse her, sondern auch von Kunst, Literatur und Philosophie.

So finden Sie Beiträge zu Sexualität und Kunst, Sexualität und Literatur, zur Frage des Genießens, der Sexualität als Symptom und zu sexuellen Symptomen, zu sexueller Praxis, Praktiken und Spielarten, sowie dazu, wie wir das Geschlecht begreifen können.

Interessierte aus allen Bereichen sind herzlich willkommen.
 

Programmübersicht:

  • 5. Februar 2026
    • Jackson Gatlin Crawford (Hamburg) im Gespräch mit Madeleine Roger-Lacan (Paris)
    • Imagining lust and loneliness
  • 19. Februar 2026
    • Michael Meyer zum Wischen (Hamburg) im Gespräch mit Edith Seifert (Berlin)
    • Sexualität als Sinthom
  • 26. März 2026
    • Ute Müller-Spiess (Wien/Nizza)
    • Die Duplizität der weiblichen Jouissance
  • 16. April 2026
    • Birgit Meyer zum Wischen (Hamburg) im Gespräch mit Yella Cremer (Hamburg)
    • Kann erfüllter Sex erlernt werden?
  • 28. Mai 2026
    • Mariella Opolony (Mainz)
    • Ab wann gilt man(n) als Mann? Die vorzeitige Ejakulation als Spiegel kultureller Männlichkeitskonstruktionen
  • 11. Juni 2026
    • Ulrike Bondzio-Müller (München & Wunsiedel) im Gespräch mit Nanne Dominick (Mainz)
    • Sex-Sucht. Perversion?
  • 2. Juli 2026
    • Udo Hock (Berlin) im Gespräch mit Bettina Lindorfer (Berlin/Dresden)
    • Sexualität in Zeiten des Krieges. Célines Roman Krieg
  • 17. September 2026
    • Dejvi Haxhi (Berlin)
    • „Orgasmischer Realismus“- Bataille‘s Cumshot vs. Fisher’s Heimsuchung
  • 1. Oktober 2026
    • Jesko Vincent Schulz (Mainz/Hamburg) im Gespräch mit Kristina Marlen (Berlin)
    • Kant avec Sade: Jacques Lacans Theorie zum Sadomasochismus
  • 12. November 2026
    • Hanne Loreck (Hamburg)
    • Sexualität und Visualität
  • 10. Dezember 2026
    • Eva Laquièze-Waniek (Nizza) im Gespräch mit Geneviève Morel (Paris/Lille)
    • Sexualität zwischen Identifizierung, Genießen und Begehren – der Beitrag der Psychoanalyse zum Gender-Konzept

Wichtige Informationen:

  • Format: Alle Veranstaltungen finden online via Zoom statt (jeweils 20:00–21:30 Uhr).
  • Fortbildungspunkte: Für die Teilnahme werden Weiterbildungspunkte von der Berliner Ärztekammer vergeben.
  • Anmeldung: Die Anmeldung ist ab Januar 2026 auf der Website des IPPK möglich. Der Zoom-Link wird bei Anmeldung zugesandt.
  • Weitere Informationen & Anmeldung unter: https://www.ippk.de/veranstaltungen?category=Klinische%20Fortbildungen
     
  • Organisation: Dr. med. Michael Meyer zum Wischen (Hamburg/Nizza), Dr. phil. Birgit Meyer zum Wischen (Hamburg/Nizza) und Jesko Vincent Schulz (Mainz/Hamburg).