2. Tag der Ethik: Umgang mit ethischen Fragen und Grenzverletzungen in Instituten
Samstag, 25. April 2026 von 10:00 bis 16:00 Uhr Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main
Nachdem wir uns am ersten Ethiktag 2024 mit unterschiedlichen Themen der ethischen Grenzverletzungen und Fragestellungen befasst haben, wollen wir uns dieses Mal mit dem Umgang mit ethischen Fragen und Grenzverletzungen in Instituten beschäftigen.
Grenzverletzungen, die in psychoanalytischen oder sonstigen Aus- und Weiterbildungsinstitutionen geschehen, machen uns sprachlos, egal ob wir als Expert:innen, Patient:innen, Auszubildende oder über die öffentliche Berichterstattung darauf blicken.
Wir wollen uns mit den wiederkehrenden Mustern von öffentlicher Empörung, Schweigen und Vergessen nach dem Bekanntwerden schwerer Grenzverletzungen in Institutionen, insbesondere in psychotherapeutischen und psychoanalytischen Kontexten, befassen. Trotz des Wissens um mögliche Abstinenzverletzungen, Machtmissbrauch und Übergriffe wird dieses Wissen häufig verdrängt – aus Angst vor eigenen Impulsen oder vor den damit verbundenen heftigen Emotionen.
Es ist grundlegende Aufgabe und Kompetenz der psychoanalytischen Community, sich dieser Prozesse anzunehmen, sie zu reflektieren und einzuordnen und sie über das Verstehen der Zusammenhänge möglicherweise zu verhindern.
Dazu haben wir Referierende gewinnen können, die sich um die Aufklärung und Analyse institutioneller Missstände verdient gemacht haben, die in drei Impulsreferaten die darauf folgende Diskussion anregen und in den verschiedenen Arbeitsgruppen mit ihrer Expertise begleiten werden.
Der zweite Ethiktag der DGPT bietet Raum für Austausch, Reflexion und Diskussion zu einem Thema, das uns alle in unserer professionellen Arbeit betrifft und bewegt. Seien Sie herzlich ins schöne Frankfurt eingeladen!
PROGRAMM
10.00 - 10.15 Uhr
Begrüßung und Einführung
Begrüßung durch Dr. biol. hum. Christine Bauriedl-Schmidt (Vorsitzende des Geschäftsführenden Vorstands der DGPT) und Dipl.-Psych. Thomas Rauch (Sprecher der Vertrauensleute)
10.15-12.00 Uhr
Drei Impulsvorträge
10:15 Uhr | Dipl.-Psych. Andreas Renzel (Heidelberg)
„Die Krankheit des Schweigens: Institutionelle Widerstände beim Umgang mit Grenzverletzungen”
10:50 Uhr | Dr. med. Diana Pflichthofer (Berlin)
„Bleibt doch alles beim Alten? Gedanken zu Abwehrdynamiken von Institutionen”
11:25 Uhr | Pater Dr. h.c. Klaus Mertes (Berlin)
„Missbrauch verstehen und Verantwortung übernehmen”
12.00 – 13.00 Uhr
Mittagspause mit Imbiss
13.00 – 14.30 Uhr
Drei Arbeitsgruppen mit Bezug auf die Vorträge
Eine Arbeitsgruppe für spezifische Fragen der Aus- und Weiterbildungsteilnehmer:innen
14.30-14.45 Uhr
Kurze Pause
14.45-16.00
Auswertung und Diskussion
EXPERT:INNEN
Dipl.-Psych. Andreas Renzel (Heidelberg) Psychoanalytiker (AP/TP, IPP), Gruppenanalyse (IAG), Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (AKJP); Lehranalytiker, Supervisor und Dozent am IPP; Lehrtherapeut am HIP; Lehranalytiker am AKJP-HD
Dr. med. Diana Pflichthofer (Berlin) Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie; Psychoanalytikerin (DPG, DGPT, IPA); Gruppenanalytikerin (D3G), Supervisorin, Dozentin, Lehranalytikerin (ÄKH, ÄKN); Fachtherapeutin für Pferdegestützte Psychotherapie (IPTh)
Pater Dr. h.c. Klaus Mertes (Berlin) studierte nach seinem Abitur 1973 klassische Philologie und Slawistik in Bonn, nach seinem Eintritt in den Jesuitenorden 1977 Philosophie in München und Theologie in Frankfurt. Seit 1990 war er im Schuldienst tätig, zunächst 1990-1993 an der Sankt-Ansgar-Schule in Hamburg, 1994-2011 am Canisius-Kolleg in Berlin, dessen Rektor er seit 2000 war. Von 2011 bis 2020 war er Kollegdirektor am internationalen Jesuitenkolleg in St. Blasien. Derzeit ist er Superior der Jesuitenkommunität in Berlin-Charlottenburg.
ANMELDUNG
Bitte melden Sie sich unter folgendem Link an: https://veranstaltungen.dgpt.de/2tagderethik
Den Flyer zu dem 2. Tag der Ethik finden Sie unter folgendem Link: Klappflyer