Zum Gedenken an Prof. Dr. Cord Benecke

Die traurige Nachricht vom Tod Professor Dr. phil. Cord Beneckes erreichte uns am Jahresende. Er starb am Dienstag, dem 30.12.2025, im Kreise seiner Angehörigen.
Vielen von uns war bekannt, dass er seit 15 Monaten gegen eine sehr schwere Krankheit zu kämpfen hatte. Für die Psychoanalyse, die psychodynamische Psychotherapie und für die Psychotherapie in Deutschland ist sein Tod ein großer und schmerzlicher Verlust. Wir alle, die wir Cord Benecke kannten, schätzten und seine immer menschliche und offene Art mochten, sind traurig und vermissen ihn sehr.
Unser Mitgefühl und unsere Gedanken gelten ganz besonders seiner Frau, seinen Kindern sowie seinen weiteren Angehörigen und Freunden.
Mit Cord Benecke verlieren wir einen liebenswerten, inspirierenden, klugen Menschen, einen Psychoanalytiker und einen Professor für Klinische Psychologie, der die fachlichen Inhalte und die berufspolitischen Ziele der Psychoanalyse und der von ihr abgeleiteten psychodynamischen Verfahren durch seine Forschung und sein Engagement herausragend vertreten hat.
Die Bedeutung von Cord Benecke für die DGPT, für ihre Mitglieder und ihre Aus- und Weiterbildungsinstitute war groß. Vielen von uns ist Cord Benecke bekannt: durch sein Lehrbuch, durch die großen Studien wie die DPG-Praxisstudie, die APS-Studie, das QVA-Projekt, seine OPD-Aktivitäten oder aufgrund seiner Rolle als einer der wissenschaftlichen Leiter der Lindauer Psychotherapiewochen. Er war ein Verfechter einer empirischen Fundierung der Psychotherapieforschung und zeigte zugleich deren Grenze auf, die Komplexität von Psychotherapie in Zahlen abzubilden. Für die DGPT war er ein zuverlässiger wissenschaftlicher und berufspolitischer Wegbegleiter und Impulsgeber, der den Diskurs innerhalb der DGPT mitprägte, der unsere berufspolitischen Aktivitäten maßgeblich unterstützte und der die argumentative Kraft unserer berufspolitischen Positionierungen stärkte.
Von seinem reichen wissenschaftlichen Schaffen und seiner menschlichen Art im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen ging eine verbindend-integrative Kraft aus, die innerhalb der wissenschaftlichen Community auch bei Vertreterinnen und Vertretern der anderen Verfahren zu einer außergewöhnlichen Anerkennung und einer hohen persönlichen Wertschätzung geführt hat. Als Lehrstuhlinhaber, Universitätsprofessor und als Gründer und Leiter des QSP-Instituts war ihm die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gerade im Gebiet der psychoanalytisch begründeten Verfahren ein großes Anliegen, das er mit viel Energie und Einsatz zu bemerkenswerten Erfolgen führte.
Mit Dankbarkeit blicken wir auf die vielfältigen Gelegenheiten, zu denen Cord Benecke die DGPT persönlich und tatkräftig unterstützte, zuletzt im Frühsommer 2025, als er - gezeichnet von seiner schweren Krankheit - die Diskussion der Gutachterinnen und Gutachter in der DGPT mit einem Vortrag zum Thema Qualitätssicherung unterstützte und begleitete.
Wir blicken auf die Weitsicht, mit der er bis zum Schluss durch die Weiterführung seiner Arbeit die Kontinuität und Nachhaltigkeit für die psychotherapeutische Gemeinschaft geregelt und gesichert hat. So hat er die Leitung des QSP-Instituts an die beiden Mit-Gründer, Matthias Volz und Daniel Bühler übertragen. Im Rahmen der Lindauer Psychotherapiewochen 2025 hat Cord Benecke in seinem Vortrag zur Zukunft der Psychotherapie ein leidenschaftliches Plädoyer für die „old-school“ theoriebasierte Psychotherapie gehalten.
Der Tod von Cord Benecke macht uns traurig, wiegt schwer und hinterlässt eine große Lücke. Er war ein stets zuversichtlicher und in der Sache überzeugter psychoanalytischer Kollege. Wir empfinden diese Zuversicht auch als Verpflichtung, in seinem Sinne weiter dafür zu arbeiten, dass die verfahrensbasierte Psychotherapie und deren Vielfalt in Deutschland erhalten bleibt.
Wir werden sein Andenken in der DGPT mit großer Dankbarkeit bewahren. Sein offener, kreativer und auch kritischer Blick wird in uns gegenwärtig bleiben.
Wer für Cord Benecke eine Gedenkkerze anzünden, einen Stern zum Leuchten bringen oder einen Gedanken im digitalen Kondolenzbuch hinterlassen möchte, kann dies hier tun: https://www.bestattung-sarg.at/sterbefall/prof-dr-cord-benecke.
Hier finden Sie auch den Nachruf des Lehrstuhls für Klinische Psychologie der Universität Kassel: https://www.uni-kassel.de/fb01/institute/institut-fuer-psychologie/fachgebiete/klinische-psychologie-i/nachruf.html.
In dankbarer Erinnerung,
Dr. Christine Bauriedl-Schmidt
Vorsitzende
Birgit Pechmann
stellv. Vorsitzende
Birgit Jänchen-van der Hoofd
stellv. Vorsitzende
Ronald Schelte
Sektionsleitung BPP
Dr. Frank Lambertus
Sektionsleitung BÄP
Dr. Felix Hoffmann
Geschäftsführer
für die Geschäftsstelle