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31. Karl-Abraham-Vorlesung

Datum: 28. April 2024, 11 Uhr

Dr. Bernd Nissen (Berlin) wird "Zur Behandlung namenloser Zustände. Theoretische, klinische und technische Überlegungen" sprechen.
 

Der psychoanalytische Diskurs hat sich zunehmend dem Verständnis von seelischen Zuständen zugewandt, die jenseits der Symbolisierbarkeit liegen. Vor dem Hintergrund dieser Debatten fasst Bernd Nissen die Vielfalt solcher Zustände unter dem Begriff des Namenlosen zusammen. Im Vortrag skizziert er grundlagentheoretische Überlegungen zur Entstehung namenloser Zustände. Nach seiner These kann das Psychische nur in Beziehungen entstehen, die sinnlich gegründet und verwoben sind. Demnach kommt das Subjekt mit einer Ausrichtung auf ein Gegenüber zur Welt, braucht aber gleichermaßen die Versinnlichung. Wenn das Zusammenspiel beider Tendenzen zusammenbricht, können namenlose Zustände eine Folge sein. Darüber hinaus können Störungen in diesen Prozessen nicht nur zum Ausbleiben psychischer Bildungen führen, sondern zu einem spezifischen Verkümmern sinnlichen Erlebens. Der Autor versucht, diese Phänomene klinisch darzulegen. Die hieraus sich ergebenden Konsequenzen für die psychoanalytische Behandlungstechnik sollen im Einzelnen nachgezeichnet werden. Diese Technik geht stark vom sinnlichen Erleben aus, aus dem sich objektal-haltende Strukturen entwickeln, die unter günstigen Bedingungen das Namenlose da sein lassen.

Hörsaal im Kaiserin-Friedrich-Haus
Robert-Koch-Platz 7
10115 Berlin-Mitte