Aus- und Weiterbildung an einem DGPT-Institut

Die DGPT ist Berufs- und Fachverband zugleich. Als Fachverband vereint sie alle Psychoanalytiker/innen und tiefenpsychologisch fundiert arbeitende Psychotherapeuten Deutschlands, die nach den Aus- und Weiterbildungsrichtlinien der DGPT aus- bzw. weitergebildet wurden. Dies geschieht in bundesweit 57 von der DGPT anerkannten Instituten, gemeinsam und unabhängig vom Grundberuf Arzt/Ärztin, Psychologe/Psychologin oder zukünftig Psychotherapeut/Psychotherapeutin. Als Berufsverband vereint die DGPT die vier psychoanalytische Fachgesellschaften DPV, DPG, DGIP und DGAP sowie das Netzwerk Freier Institute für Psychoanalyse und Psychotherapie (NFIP) unter ihrem Dach und übernimmt deren Interessensvertretung im gesundheitspolitischen Umfeld.

Auf der Basis einer qualifizierten akademischen Ausbildung in verschiedenen Disziplinen stellt die kombinierte Aus- und Weiterbildung in den psychoanalytisch begründen Verfahren analytische Psychotherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie neben dem Erwerb psychotherapeutischer Handlungskompetenz einen individuellen und persönlichen Bildungsprozess dar. Dies gilt in gleicher Weise auch für die separate Aus- und Weiterbildung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie. Beide Aus- und Weiterbildungsgänge ermöglichen die Aneignung der analytischen Methode, indem sie den Erwerb theoretischen Wissens mit klinischer Behandlungspraxis sowie mit einem Selbsterfahrungsprozess verbunden.

Die DGPT anerkannten Institute sind dem Grundmodell einer verfahrensorientierten Aus- und Weiterbildung verpflichtet. Die Landesärztekammern anerkennen die Weiterbildung an unseren Instituten für die ärztliche Weiterbildung zu den Zusatztiteln Psychotherapie und Psychoanalyse. Mit dem Inkrafttreten des  Psychotherapeutengesetzes 1999 sind unsere Institute auch durch die Landesprüfungsämter staatlich anerkannt worden. Die Novelle des Psychotherapeutengesetzes im Herbst 2019 lässt die universitäre Psychologenausbildung wie die Medizinerausbildung in eine Approbation münden. Zukünftig werden die dann approbierten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten eine sogenannte Fachgebietsweiterbildung für die Qualifizierung in einem oder mehreren Psychotherapieverfahren durchlaufen müssen. Die Aus- und Weiterbildungsinstitute der DGPT sind darauf vorbereitet, auch im neuen Weiterbildungssystem eine zentrale Rolle zu spielen. Sie stehen bereit für eine koordinierende Rolle im Rahmen der neuen Fachgebietsweiterbildung, die wie bisher eine hohe, für die Berufsausübung wesentliche methodisch-klinische Fachkompetenz vermitteln wird.

Die DGPT Institute sind seit Jahrzehnten Träger und des psychoanalytischen und tiefenpsychologischen Fachwissens und Instanz der Fortentwicklung dieses Wissens, dass im Bereich der Klinischen Hochschulpsychologie kaum noch fachkundig vertreten ist. In den Instituten sind zugleich viele Hochschullehrer, meist aus Fachbereichen außerhalb der Hochschulpsychologie tätig. Die DGPT Institute verfügen - im Gegensatz zu den Hochschulen – über eine breite Basis klinischer Expertise und methodischen Erfahrungswissens, die zu dem auch international vergleichbar hohen Niveau der bisherigen psychotherapeutischen Approbation beigetragen hat.

Die gemeinsame Aus- bzw. Weiterbildung von Ärzten, Diplom-Psychologen und Hochschulabsolventen anderer Studiengänge, ermöglicht dabei eine wechselseitige Kenntniserweiterung durch die unterschiedlichen Berufserfahrungen und fachlichen Schwerpunkte. Dadurch wird ein vertiefter Zugang zu den biopsychosozialen Bedingungen psychischer Krankheit geschaffen - auch zu den Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen Erwachsenen-Psychotherapie einerseits und Kinder-und Jugendlichen-Psychotherapie andererseits. Gerade in der Psychotherapie ist aufgrund der engen Verschränkung psychischer und körperlicher Störungen sowie möglicher pharmakologischer Einflüsse eine frühzeitig zu erlernende Kooperation verschiedener Grundberufe notwendig.